Am Freitag war es vormittags noch sonnig mit prächtigem blauen Himmel. Also gutes Wetter zum Fotografieren, so dass ich vor der Arbeit mal kurz zum Kirchhof schaute.
Ich sah Falco um kurz nach 8 Uhr auf dem Dach der Morizkirche sitzen. Wanda war oben im Nistkasten, und Falco blickte lange zum Kasten hinauf, als wollte er nicht den Moment verpassen, in dem Wanda vielleicht herauskommen und abfliegen würde, so dass er sich auch einmal zu den (damals noch drei) Eiern legen könnte.
Aber Wanda machte keine Anstalten für einen Brutwechsel. Nach einer Weile begann Falco dann, sich sehr aktiv umzusehen. Es ging ein ordentlicher Wind dort oben, der seine Federn am Hals ordentlich wehen ließ.
Es dauerte nicht lange, bis er sich mit einem diesmal kleinen Satz in die Luft erhob; der Wind kam ihm fast genau entgegen, so dass er sofort ordentlich Auftrieb hatte.
@Matthias, ich lieb’s einfach. Deine Begeisterung und Liebe für diese wunderschönen Tiere ist einfach ansteckend. Danke dass du uns daran immer wieder teilhaben lässt.
Hm, irgendwie liegt öfters ein Ei nicht unter dem brütenden WF. Bei Falco könnte ich es ja noch verstehen, der kleinere Terzel hat es nicht einfach, vier Eier unter sich zu bringen (auch wenn es sonst doch stets geklappt hat), aber gerade jetzt bei Wanda liegt auch wieder ein Ei neben ihr. Merkwürdig…
Ja @Matthias das meinte ich die Tage ja auch schon. Mal abgesehen davon, dass die Innencams bei mir eigentlich fast nie störungsfrei laufen, sieht man oft ein Ei daneben.
Ich habe mal ein Vergleichsfoto von 2025 gesucht, hier sieht man, dass die Eier zumindest einen kleinen Wall rundherum haben, also etwas wie eine Mulde. Das sieht man heuer leider gar nicht, und ich stelle mir das so vor, dass es schwierig ist, ein Gelege zu bebrüten, wenn die Eier nicht “zusammenkullern” können. Ich hatte schon vor einiger Zeit mal angemerkt, dass ich finde, dass extrem wenig Material im Kasten ist, so haben die Falken eigentlich gar keine Möglichkeit eine Mulde zu scharren. In Oberbayern, wo der Kasten aufgrund der schlechten Zugänglichkeit quasi nie gepflegt wird, ist aber zumindest genug Material darin, dass die Brutmulde sogar fast Schüsselform hat. Und die Mulde wird sehr oft und gerne, tlw. sehr akribisch bearbeitet. Ich denke, das liegt in der Natur der Falken.
Leider verstehe ich auch nicht ganz, warum in Coburg so feine Holzhäcksel drin sind, und keine Kieselsteinchen. Diese werden von den Falken sogar manchmal gefressen für die Verdauung.
Gerade ist wieder ein Ei weggerollt. Das merkt Wanda gar nicht. Ich glaube auch, dass zu wenig Material da ist und daher die Eier keinen Halt haben. Letztes Jahr kam das gar nicht vor.
Also Steinchen zur Verdauungsförderung könnten sie auch außerhalb des Nistkastens finden. Aber zur Stabilisierung der Brut-Unterlage könnten sie vielleicht besser sein.
Andererseits hatten unsere WF in den vergangenen Jahren stets Holzschnitzelchen, und die sehen dieses Jahr eigentlich nicht anders aus als 2025, vielleicht minimal feiner, aber jedenfalls kein großer Unterschied. Und reichlich vorhanden ist davon m.E. auch:
An den von mir blau markierten Stellen meine ich zu erkennen, dass sich da an den Rändern einiges Material angehäuft hat.
Jetzt, in dieser sensiblen Zeit, noch einmal Einstreu nachzulegen, dürfte keine gute Idee sein und könnte nach hinten losgehen.
Ich denke, nach und nach werden die Falken das an den Rändern des Nistkastens etwas angehäufte Material in die Mitte schieben. Dann kommen einige Speiballen hinzu und vielleicht noch die eine oder andere Beutetierfeder. Und wie man jetzt sieht, hat Wanda auch wieder alle vier Eier unter ihrem Gefieder,
Das wird schon !!
Schade ist allerdings, dass alle drei Kameras seit heute öfters mal hängen. Vielleicht hat @Bernd8a eine Idee, woran das liegen könnte.
Diese Jahr liegen die Eier direkt auf dem Holz, deshalb rollen sie auch evtl.
Letztes Jahr waren die Eier direkt im Einstreu( also kein rollen oder bewegen).
Auf dem von @Apriliane oben verlinkten Bild aus 2025 sieht man im Vergleich zu meinem eben eingestellten Screenshot dann doch, dass 2025 mehr Einstreu im Kasten war - das geht z.B. an dem hölzernen Querbalken viel weiter hoch. Und links am Eingang sieht man sogar einen offenen Spalt, der war früher nicht zu sehen.
Aber Nachlegen geht ja schlecht…
Auch jetzt, kurz vor Mitternacht, liegt ein Ei neben Wandas Flügel. Wenn’s immer dasselbe wäre…
ich denke, wir sollten uns nicht zu viele Sorgen wg dem Einstreu machen; Wanderfalken bauen keine Nester; in den Felsen des Frankenjuras legen die Falken die Eier oft ohne irgendeine Unterlage direkt auf die Steine;
wg der öfter mal hängenden Übertragung schreib ich mal mit der Landesgeschäftsstelle, die für die neue Streaminglösung verantwortlich ist
Ich habe vorhin mit Werner vom LBV telefoniert, er hat mich angerufen.
Er meint, dass wir uns keine Sorgen zu machen brauchen wegen der Menge an Einstreu im Nistkasten. Das wird den WF auf alle Fälle reichen, als Felsbrüter haben sie ja auch keine/kaum Unterlage, wie @Bernd8a oben auch schon geschrieben hat.
Und ich habe seit gestern Nacht auch kein unbebrütetes Ei mehr gesehen.
Dann können wir ja beruhigt unsere Wecker auf Mitte April stellen !!
Das ist lieb von dir @Matthias, die Infos an uns weiterzuleiten. Ein bischen beunruhigt war ich auch wegen der nebenliegenden Eier. Ich schaue auch mehrmals am Tag auf die Webcams und dabei auch jedesmal, ob ein Ei neben den Wanderfalken liegt. Aber so wie ihr schon geschrieben habt, habe auch ich das in der letzten Zeit nicht mehr beobachtet.
Die Daumen sind gedrückt für vier wundervolle süße Wanderfalkenküken und super süße Bilder.
Etwas weiter oben wurde einer meiner Beiträge von 2025 zum Vergleichen verlinkt. Gemeinsam mit dem heutigen Bild möchte ich dazu etwas ergänzen: Die Fotos von 2025 entstanden am vierten Tag nach der letzten Eiablage. Wie in jeder Saison verhalten sich Wanda und Falco auch diesmal genau gleich; sie drehen sich während des Brütens um einen ganzen Kreis und häufeln dabei die Ränder um das Gelege zu einem Ring aus Hackschnitzeln auf. In den nächsten Tagen wird man das Ergebnis immer besser erkennen können; heute kann man den beginnenden großen Ring um das Gelege schon sehen.