Flugverhalten der Bartgeier und Funktionsweise der Sender

Lieber @ToniWegscheider , lieber @david.schuhwerk , ich überlege da schon länger, aber jetzt frag ich doch einfach mal nach :wink:.
Wenn Recka zur Zeit so in diesem Funkloch sitzt und da offensichtlich genug zu fressen hat, heißt das dann, dass sie sich wirklich nur dort aufhält? Ich dachte eigentlich, die fliegen auch dann größere oder kleinere Runden, sozusagen „just for fun“ und kehren halt immer wieder zum selben Futterplatz zurück, solange es da ausreichend Nachschub gibt. Aber der Sender ist doch immer aktiv, auch wenn wir nur ein Signal pro Tag sehen können, dann müsste das ja für Euch zu sehen sein? Oder machen sie das je nach Wetterlage, erst wieder im Frühling?
Oder Bavaria, die ja jetzt offensichtlich sesshaft geworden ist, fliegt die dann nie mehr weiter rum, sondern bleibt immer, auch in der Luft, in diesem relativ kleinen Gebiet?
Das eilt jetzt überhaupt nicht, aber wenns mal passt, freue ich mich auf Eure Antwort!
Ich wünsch Euch, und allen Foris, einen schönen Sonntag, auch wenn er, bei uns zumindest, ziemlich verregnet sein wird :wink:.

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Hallo @BrigitteK ,
Funkloch bedeutet keine Datenübertragung, also nein, auch das Team bekommt keine Daten:
Bavaria war ja auch im ersten Winter eine zeitlang abgetaucht (hier war es der Akku) (-:
Wo steckt Bavaria?
Zum Futterplatz Reckas, da könnte man das Verhalten der Tiere aus der Halsgrube übernehmen,
hoffe du verstehst was ich meine!

Zu Bavarias Revier: so klein ist das nicht … :smiley:
hier ein kleiner Ausschnitt, hinter dem Tennengebirge wäre noch das Dachsteinmassiv und hinter dem Steinernen Meer das Hochkaltermassiv!

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@BrigitteK für deine interessante Frage/n hab ich mal ein gesondertes Thema eröffnet.
Diese Fragen dürften sich im Laufe des Auswilderungsprojekts immer wieder mal ergeben, und so finden wir die Erläuterungen, die wir sicherlich demnächst erhalten werden, viel einfacher wieder :wink:

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Danke liebe @IreneSpann , das finde ich sehr passend, ich hatte es halt an den Beitrag von Toni angefügt, aber so ist es sehr gut :smiling_face_with_three_hearts:!

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Hallo @Rupp , danke für Deine ausführliche Antwort!
Ja, wenn Recka im Funkloch ist, kriegt niemand ein Signal, das ist mir schon klar. Daraus ist ja wirklich zu schließen, dass sie die ganze Zeit in diesem doch relativ kleinen Bereich „hockt“. Das irritiert mich eben, weil ich dachte, die fliegen trotz einer ergiebigen Futterstelle immer mal wieder „einfach so“ durch die Gegend und kehren halt immer wieder dorthin zurück. Vögel sind ja eigentlich zum fliegen geschaffen :wink: und man hatte doch auch immer den Eindruck, dass sie es genießen. Das konnten wir ja auf vielen Videos sehen. Und dass sie nun wirklich so lange praktisch an einem Fleck bleibt, das hatte mich halt gewundert.
Genauso Bavaria, klar ist das ein großes Gebiet, aber im Vergleich, was sie sonst so für Strecken zurück gelegt hat, ist es ja doch eher klein. Und sie ist noch so jung, dass es mich einfach wundert, wenn sie jetzt tatsächlich schon „für immer“ so stationär bleibt.
Ich werde einfach mal abwarten, was unsere Experten dazu sagen und dann hab ich eben wieder was dazu gelernt, das schadet ja nichts :wink:!

Ach so und noch: wenn der Akku leer ist, dann kann es ja trotzdem sein, dass der Geier munter herum fliegt , aber wir wissen es halt nicht, seh ich das richtig?

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Definier mal bitte für dich kleiner Bereich @BrigitteK ,
so eine Zone wo kein Funksignal vorhanden ist kann schon mächtig groß sein,
als Bergsteiger bekommt man das relativ schnell mit, schau dir das
Hochplateau Steinernes Meer
zum Beispiel an, das ist riesengroß und eine Fläche wo Recka sich bewegen könnte
ohne das ein Signal gesendet wird, Toni hätte es hier schon erklärt.

Bavarias Revier ist eigentlich eh noch viel zu groß, daher wird sie es in den nächsten zwei Jahren (wo das meiste Futtervorkommen liegt) noch wahrscheinlich verkleinern, bevor sie endgültig seßhaft wird (Rauris - Krummltal z.B.).
Mehrtagesausflüge in die Hohen Tauern sind wahrscheinlich immer mal drin, zu uns kommen auch hin und wieder die Rauriser Bartgeier auf Futtersuche.

Deinen letzten Satz muß ich jetzt nicht verstehen, oder? :sweat_smile:

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Oh, danke Dir nochmal, lieber @Rupp, ja, da hast Du sicher recht, ich hab da keine wirkliche Ahnung, wie groß so eine funkfreie Zone sein kann, das ist schon mal ein hilfreicher Tipp!
Und auch das zu Bavaria wusste ich so nicht, dass die Reviere langfristig eher noch kleiner werden. Vermutlich ist das schon richtig, was Du da schreibst, sorry, ich wollte Dich auch nicht anzweifeln, sondern halt, wenn möglich, was dazu lernen :wink: .
Aber (kommt trotzdem :wink:), es heißt halt immer, dass die auch mehrere 100 km fliegen können, wenn das Wetter/der Wind so passt und da kam mir das Gebiet halt eher klein vor. Und Du schreibst ja auch von größeren Ausflügen, die wird es also vermutlich schon weiterhin geben.

Ähm ja, mein letzter Satz bezog sich auf Deinen Hinweis, dass Bavaria länger „abgetaucht“ war, als ihr Akku leer war. Und da meinte ich, dass sie da nicht unbedingt in einem (mehr oder weniger) kleinen Funkloch-Bereich gewesen sein müsste, sondern dass wir halt einfach ihre möglichen Flugwege nicht mitgekriegt haben, wegen dem leeren Akku.
So, ich denke, dabei können wir es erstmal belassen? Ich danke Dir sehr für Deine Erläuterungen!
Ich wünsch Dir noch einen schönen Sonntag!

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Alles gut Brigitte, bedenke dabei es ist nur meine Meinung, nicht mehr oder weniger.
Das Team wird es schon korrigieren wenn etwas zu weit weg von der Praxis ist.

Ebenfalls noch einen schönen Nachmittag, auch bei uns leider total verregnetes Sauwetter. :grinning:

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Lieber @ToniWegscheider , lieber @david.schuhwerk ,
inzwischen hat sich die Situation mit den Standorten „unserer“ Bartgeier ja längst wieder verändert, aber trotzdem beschäftigen mich die oben erwähnten Fragen nach wie vor. Ergänzend dazu würde mich auch interessieren, ob die GPS-Sender kontinuierlich senden oder nur einmal oder mehrmals am Tag einzelne Signale senden. Wir sehen auf den Karten ja jeweils nur einen Punkt pro Tag, aber manchmal ist es ja auch schon vorgekommen, dass der Standort später nochmal geändert war, das spräche dafür, dass es zumindest mehrere Signale pro Tag geben müsste.
Ich gehe davon aus, dass meine damalige Frage bei Euch einfach durchgerutscht ist, das kann immer mal passieren und ist kein Problem, aber ich würde mich trotzdem nach wie vor über eine Antwort freuen!
Ich wünsch Euch bei allem, was derzeit ansteht, weiterhin viel Erfolg und freu mich schon, wenn es mit der neuen Auswilderung anfängt, bis dahin erfreue ich mich an dem Küken und seinen Eltern in Goldau :bartgeier: :baby_chick: :bartgeier:

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Liebe Brigitte,
Ja sorry, die Frage ist uns wohl tatsächlich durchgerutscht…

Nun, zu erst einmal zu den Sendern. Man muss auf jeden Fall differenzieren zwischen den GPS Daten, die der Sender erhebt und inwiefern er diese dann via Mobilfunknetz übertragen kann. D.h. dass es z.B. vorkommt, dass ein Sender durchaus GPS Daten misst, aber z.B. keinen Empfang hat und diese nicht übermittelt werden können. Manchmal werden diese dann bei der späteren Übermittlung reduziert.
Die Anzahl der aufgenommenen GPS Punkte sind unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abhängig: Einmal von der manuellen Einstellung und vor allem auch vom Akkustand. Ein Beispiel: Nepomuks Sender nimmt i.d.R. (wie viele andere auch) mehrmals pro Stunde eine Messung vor. Bei optimalen Bedingungen kommt es aber vor, dass mehrmals pro Minute gemessen wird! Da sieht man dann regelrecht die Schleifen, die er in den Himmel gezeichnet hat.
Die Übertragungshäufigkeit ist ebenfalls variabel und da sind wir, vor allem im Winter, immer sehr damit beschäftigt, diese flexibel einzustellen. Übertragungen kosten wertvolle Energie, allerdings wollen wir so häufig als möglich wissen, wo sich unsere Vögel gerade befinden und ob die Parameter einigermaßen passen.
Grundsätzlich macht es aber Sinn die Übertragungshäufigkeit in Zeiten geringer Akkukapazität (=Sonneneinstrahlung) und schlechter Netzabdeckung stark runterzufahren. Meistens sind die Sender während dieser Zeiten dann auf eine Übermittlung pro 24 h eingestellt (In Realität kommt natürlich auch mal über mehrere Tage nichts, wenn der Empfang nicht passt).

Die Frage zu Recka und Bavaria muss man einerseits mit den örtlichen Gegebenheiten, den Witterungsbedingungen und den charakterlichen Eigenschaften des jeweiligen Individuums beantworten. Bei einigen Vögeln merkt man schon, dass bei winterlichen Bedingungen generell und insbesondere natürlich bei Schlechtwetter viel weniger geflogen wird - klar, da ist die Thermik ja auch viel schlechter.
Bei Bavaria haben wir uns anfangs auch häufig Sorgen gemacht, aber durch die Beobachtungen wissen wir nun einfach, dass sie manchmal längere Phasen der Inaktivität besitzt. Diese ist aber nicht durch eine etwaige Beeinträchtigung oder sonstige physische Bedingungen verursacht.
Jetzt mit dem einziehenden Frühjahr, sieht man ja auch wieder, dass sie auch wieder mehr fliegt.
Das Gegenteil wäre da z.B. Dagmar oder inzwischen auch Nepomuk, der letzte Woche einmal innerhalb von nicht mal 24 h über 360 km zurückgelegt hat! Nepomuk entwickelt sich inzwischen auch zu einem sehr aktiven Flieger. Wobei sich das natürlich auch immer wieder ändert, je nach Entwicklungsstufe und Habitat. Bavaria war ja in den ersten beiden Jahren auch viel unterwegs.
Nahrungsvorkommen, aber auch überregionale Windströmungen dürften hierbei durchaus auch die ein oder andere Rolle spielen.

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Super, danke Dir, lieber @david.schuhwerk für die ausführliche Antwort, jetzt bin ich doch etwas schlauer :wink:, und wenn ich noch weitere Fragen haben sollte, melde ich mich einfach nochmal!

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Auch ich danke dir @david.schuhwerk für die kompetenten Informationen was die Sender und die :eagle: betrifft

Man lernt nie aus🙂

Schönes Wochenende :hibiscus:

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Sehr gerne, liebe Brigitte und ja natürlich, meld dich jederzeit.
VG!

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