Die zahlreichen Turmfalken im Nürnberger Land brüten vornehmlich in Krähennestern alter Bäume und in Mauernischen historischer Gebäude. Problematische Brutplätze in besonders kleinen und ungeschützten Mauerdurchbrüchen lassen sich relativ einfach durch einen innen angebrachten Nistkasten optimieren. Der Abschluss zum Gebäudeinneren - ursprünglich oft durch eine einfache Platte - wird dabei vom Nistkasten übernommen. Durch den vor Witterung geschützten Raum steigt der Bruterfolg, die Jungen bleiben länger und bis zu einer ausreichenden Flugfähigkeit am Brutplatz, und die größere Fläche animiert die Turmfalken zu größeren Gelegen. Ein zusätzlicher Ansitz - sofern möglich - verhindert Abstürze noch flugunfähiger Jungtiere, und erleichtert den jungen Falken das Training der Flugmuskeln.
Einen unserer Nistkästen haben wir jetzt mit zwei Kameras ausgestattet. Auf der Webcam-Seite https://nuernberg.lbv.de/kg-nürnberg-1/turmfalken-webcam/ gibt es noch ein paar Informationen zu Brutplatz und Gebäude. Die Livestreams haben Rückspulfunktion, Ton (mit einem Klick zu aktivieren), anpassbare Auflösung und Vollbildfunktion.
Hier https://www.youtube.com/@Turmfalken-Neunkirchen/videos haben wir interessante Szenen als aufgezeichnete Videos hinterlegt. Die beiden Turmfalken haben heuer schon Nistmulden gedreht, die Futterübergabe läuft einwandfrei.
Und besonders schön find ich, dass die Kirchengemeinde auf euch zukam, um nicht nur für die Mauersegler was zu tun, sondern auch den Turmis einen geschützteren Brutplatz anzubieten.
Auf eine erfolgreiche Brutsaison - sie läßt sich ja schon sehr gut an!
Ein herzliches Dankeschön @Annette und @AlexanderNbgLand , dass ihr uns hier nun auch noch die Möglichkeit bereitgestellt habt, die Turmfalken zu beobachten. Das freut mich ganz besonders, da auch in meiner Heimatstadt eine Webcam für Turmfalken besteht und ich mich schon jedes Jahr auf eine neue Beobachtung freue.
Dann bin ich auf neue Einblicke hier bei den Neunkirchner Turmis sehr gespannt
Vormittags zeigten sich abwechselnd Terzel und sein Weibchen. So auch um 12:16, als der Terzel den Kasten betritt und plötzlich ging alles ganz schnell. Auf einmal waren 3 Turmis im Kasten und, wenn ich das richtig mitbekommen habe, haben sich zwei Weibchen gezofft. Das Männchen blieb unterdessen im Hintergrund und sah zu, bis dann alle drei das Weite suchten. Kurz drauf am Ansitz draußen Balzlaute.
Vermutlich kommen derartige Revier- und Horststreitigkeiten in der Natur viel öfters vor. Diese bekommen wir in der Regel aber gar nicht mit. Hier ist das direkt vor der Cam passiert. Der Terzel hat dann bei erstbester Gelegenheit die Flucht aus dem Kasten ergriffen. Verteidigung scheint echt ‘Frauensache’ zu sein. Die Weibchen sind aber auch einfach größer.
Das war wirklich heftig und der Terzel hat tatsächlich fluchtartig das Weite gesucht. War wieder eine äußerst interessante Erfahrung mehr, wie es da zur Sache geht.
In der Gegend gibt es ein sehr gutes Futterangebot, die Anzahl der Brutpaare hängt nur von den Nistplätzen ab, und um die wird gestritten. Wenn große alte Laubbäume mit verlassenen Krähennestern fehlen und moderne Gebäude keine Mauernischen mehr bieten, bleiben fast nur Nistkästen. Allerdings sind Turmfalken sehr raffiniert, und so gibt es seit einigen Jahren immer mehr, die auf Balkons und in Blumenkästen brüten.
Auch andere suchen anscheinend einen geeigneten Brutplatz. In der Früh ein Taubenpärchen auf dem Ansitz. Der Kasten wird bereits inspiziert - auf welch gefährlichem Terrain sie sich befinden, zeigt sich kurze Zeit später…
Die Taube scheint nicht viel kleiner zu sein, oder? Ob die zum Beuteschema gehören? Das kann ich mir fast nicht vorstellen. Das wird die Taube auch wissen
Bisher war das sehr einseitig - die leichten drahtigen und wehrhaften Turmfalken hatten die größeren und schwereren Stadttauben in Sekunden vertrieben - die Friedfertigkeit der Tauben ist wirklich sprichwörtlich. Nach der ersten Bekanntschaft mit den Turmis reichte dann schon ein entfernter Schrei, und die Tauben haben fluchtartig den Nistkasten verlassen.
Mal sehen, wie es morgen früh wird. Sollten die Tauben tatsächlich beginnen Eier zu legen, könnten sie in der ersten Zeit vielleicht noch etwas häufiger versuchen, in den Nistkasten zu kommen. Ernsthafte Kämpfe befürchte ich eher nicht, die armen Tauben haben einfach keine Waffen.