Hallo Tabea, das ist mir gestern auch schon aufgefallen, dass sich auch nur einzelne Streams bei den Kameras vom Fledermaushaus aufgebaut haben. Da gibt es anscheinend Übertragungsprobleme. Die Kameras dort wurden meines Wissens nicht abgebaut. Es dürfte sich um ein technisches/elektronisches Problem handeln. Ich gebe es an die entsprechenden Leute weiter. Am Montag sollte sich wer darum kümmern. Servus derweil, Rudi
Servus Franz, Danke für Dein Belegfoto, was so los ist in der Wärmeglocke. Ja die letzten Abende waren immer wieder Hufis und auch das Langohr zu sehen. Die Hufis sind vermutlich welche, die aus dem Keller hoch kommen und dann womöglich anschließend das Fledermaushaus verlassen und in ihr letztendliches Winterquartier, einer der Höhlen in der Umgebung, fliegen. Das Langohr kommt anscheinend um hier zu verdauen. Als “Gleaner” (also Fledermäuse, die Beutetiere auch von Oberflächen absammeln) jagen Langohren bis weit in den Winter hinein. Sie können Beutetiere auch von den Felswänden der Höhleneingänge oder von anderen Stellen absammeln, wo sich Gliederfüßer (neben Insekten sind das auch Spinnen und Krebstiere) aufhalten. Ich weiß jetzt gar nicht, ob Alex die Heizung der Wärmeglocke schon abgeschaltet hat. Nachdem wo die Hufis und das Langohr hängen (nämlich links, wo die Heizplatte ist), würde ich annehmen, dass sie noch nicht ausgeschaltet ist. Ich hab grad auf die aktuellen Temperaturen geschaut, und es hat 5,7 Grad. Da können noch Insekten fliegen. Insbesondere der Kleine und Große Forstspanner sind so Schmetterlinge, dessen Männchen um diese Zeit und Temperaturen auch fliegen. Die Fledermausjagd wird aber Dienstag vorbei sein. Es sind Temperaturen bis -5 Grad angesagt und es soll dann bald auch den ersten Schnee hier geben. - Das was Du auf der Außenkamera gesehen hast, dürften große Nebeltropfen gewesen sein. So etwas konnte man die letzte Zeit öfter sehen. Es sieht aus wie Schneetreiben, aber es sind feine Wassertröpfchen, die durch das Anleuchten mit den IR-Dioden deutlich größer wirken als sie sind. Servus derweil, Rudi
Hallo @Fledermaus-Rudi, täglich schaue ich bei den ‘Großen’ vorbei und freu mich immer, wenn die eine oder andere zuckend ein Lebenszeichen von sich gibt. Ich habe ein paar Fragen gesammelt:
Im Raum selber hängen nun keine Hufis mehr - kann man sagen, ob die ins Winterquartier abgewandert oder ob sie nur in den Keller gewechselt sind?
Wie viele Hufis hängen momentan im Keller (ca.) und bleiben die jetzt über den Winter oder besteht die Möglichkeit, dass jetzt noch welche abwandern?
Im Keller hängen Hufis, die ganz in ihren Flughäuten verborgen sind und bei anderen ist das nicht so. Hat das Auswirkungen auf den Energiehaushalt?
Freu mich von dir zu hören, wenn deine Zeit es zulässt!
Hallo Tabea, mit Raum meinst Du sicherlich die Erdhalle. Die wenigen (vorgestern sah ich noch zwei) sind inzwischen auch in den Keller oder in eine der Höhlen geflogen. Hufis sind da deutlich temperatur-empfindlicher wie die anderen Fledermausarten. Am Sonntag und Montag lagen die Durchschnittstemperaturen noch um die 5 Grad, am Dienstag aber nur mehr bei 0 Grad und in der Nacht auf Mittwoch ging es auf minus 5 Grad runter. Frost mögen schlafende Hufis gar nicht. Vergangene Nacht gingen die Temperaturen in Hohenburg auf -7 Grad runter. Die frostige Luft dürfte hier von der offenen 1. Etage in die Erdhalle gesunken sein und die letzten Hufis aus der Erdhalle vertrieben haben. - Der Großteil der Hufis ist meinem Anschein nach in die Höhlen gewandert. Wie viele Hufis im Keller hängen, weiß ich leider nicht. Hier sollte uns Alex Auskunft geben können, weil er ja in Hohenburg vor Ort ist. Vielleicht liest er diese Zeilen ja und berichtet uns hier, wie viele noch im Keller sind. Im Vergleich mit den Vorjahren wirkt es als wären weniger Hufis im Keller. Ich schätze, dass es trotzdem noch über 100 sind. Von denen werden aber noch einige abwandern. Hufis können auch bei minus 20 Grad durch die Nachtluft in ein anderes Quartier fliegen. Am 05.02.2012 ist bei -22 Grad eine Hufi in den Keller eingeflogen, vermutlich weil es in ihrem vorigen Quartier zu kalt geworden ist. In den letzten Jahren sind die Hufis meist bis Mitte Januar immer weniger geworden. Sollte die Kellertemperatur unter 4 Grad fallen, werden die Hufis unruhig und es verlassen dann oft welche den Keller. Aktuell liegt die Kellertemperatur bei 8,5 Grad. Was das Einhüllen mit den Flughäuten betrifft, dürfte das sicher einen kleinen Einfluss auf die Temperaturabgabe haben. In der Regel hüllen sich einzeln und frei hängende Hufis ziemlich ein. Hufis die zusammenhängen, machen das weniger. Das ist auch über die Kamera zu erkennen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Soweit die Temperatur keine kritische Temperatur unterschreitet (die scheint bei unseren Großen Hufis im Keller bei etwa 4 Grad zu sein) liegt die Körpertemperatur genau auf der Umgebungstemperatur. Die Hufis sind über eine Wärmebildkamera dann nicht zu erkennen. Wenn es kälter wird, clustern die Hufis oder sie fliegen in ein anderes Quartier, das weniger kalt ist. Soweit sie eines wissen und soweit sie noch ausreichend Energie haben. Unser Keller ist nicht wirklich frostsicher, weil er nicht richtig unterirdisch ist und über die Erdhalle zu viel Kaltluft einfließt. Er ist eben keine tiefe Höhle, welche die Temperatur konstant hält. Ich hoffe, Deine Fragen ausreichend beantwortet zu haben. Morgen geht aus auf die beginnende Baustelle ins Banzerhaus.
vielen herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort!!! Deine Erklärungen sind für mich wirklich sehr hilfreich.
Eine Hufi war gerade tatsächlich unterwegs. Zuerst im Keller, dann gabs zwei Runden in der Erdhalle, danach flog sie wieder zurück in den Keller und hat dort ihre Umgebung etwas “aufgemischt”. Hat ein bisschen gedauert, bis sie einen guten Hangplatz gefunden hat.
Hallo Tabea, ja einen sicheren Hangplatz zu finden, wo man nicht so leicht mit den Zehenkrallen abrutscht, ist nicht so einfach. Die guten Hangplätze sind meist schon besetzt….
Im Banzerhaus hat es schon begonnen. Die Straße ist nun halbseitig gesperrt und mit einer Ampel versehen. Die Gebäude sind schon fast alle eingerüstet und die Zimmerer errichten gerade an nicht standsicheren Wänden dicke Holzstützen. Als nächstes müssen unbedingt die Stromleitungen vom Dach versetzt werden, damit die Zimmerer die Dächer abdecken können. Leider sind hier die Netzbetreiber nicht sehr kooperativ und haben einen viel zu späten Termin genannt. Es drängt, weil ja von 6 Gebäuden die Dächer runter müssen, dann die Wände entsprechend stabilisiert und teilweise verstärkt werden müssen, damit die neuen Dächer draufkommen können. Bei einem eingestürzten -Gewölbekeller hängt derzeit die Außenstützwand in der Luft. Hier muss vorsichtig entschuttet werden und dann viel Beton hineingepresst werden. Auf dieser schwierigen Baustelle werden noch einige Überraschungen zutage kommen. Ich war heute mit Nicole Meier auf der Baubesprechung. Der Start war bisher gut. Die Zimmerer machen einen sehr guten Eindruck. Jetzt muss auch das Wetter einigermaßen mitspielen. - Ich setze diesen Text auch in den Chat der Banzerhaus-Webcam. Dort gibt es zwar keine Livebild zu sehen, aber wir könnten Euch dort auch Fotos von der Baustelle einstellen. Servus derweil, Rudi
Hallo @Fledermaus-Rudi, der Keller sieht auf den ersten Blick gar nicht so aus, dass es schwierig sein könnte einen geeigneten Hangplatz zu finden. Jedenfalls wurde ich gestern darüber aufgeklärt, dass die Beinchen tatsächlich keinen Halt finden und es sehr mühsam sein kann. Die eine Hufi hat echt lange gebraucht bis sie mit ihrem Hangplatz zufrieden war. Da gab es viel “anecken” und zwischendurch ist sie auch auf einer Mitbewohnerin gelandet. Ich hab schon befürchtet sie pflückt womöglich aus Versehen noch welche von der Decke. Aber es ist schon irre: wenn sie mal hängen, dann richtig fest. Schließlich fand sie dann doch noch etwas passendes.
Mit so viel Aktivität hätte ich bei diesen Temperaturen nie gerechnet, jetzt, da es draußen so kalt ist. Auch heute konnte ich schon einiges entdecken, unter anderem kam eine liebe Bekannte angeflattert!!!
Hallo Tabea, Fledermäuse sind im Winter aktiver als man früher gedacht hatte. So haben sie im Winter i.d.R. 12-15 Aufwachvorgänge, damit das physiologische System nicht zu sehr verkümmert. Große Hufeisennasen sind im Winter womöglich sogar noch etwas aktiver als unsere anderen heimischen Arten. Langohren sind relativ lange aktiv, wie man auch an Deinem dokumentierten Beispiel sehen kann. Die sie Beutetiere oft von Oberflächen absammeln, können sie auch jetzt noch erfolgreich Nahrungstiere erbeuten. Vorhin habe ich das Langohr auch in der Erdhalle fliegen sehen und es ist immer wieder in irgendwelche Ecken an der Holzbalkendecke geflogen. Dort kann es u.a. Spinnen oder schlafende Schmetterlinge absammeln. - Dass sich Hufis einfach mal an ihren schlafenden Artgenossen hinhängen, kommt öfter vor. Dabei kann es tatsächlich auch mal passieren, dass eine schlafende Hufi ausgehängt wird. Wenn die auf den Kellerboden fällt, verletzt sie sich meist nicht. Sie muss sich dann aufheizen, um dann wieder nach oben zu kommen. Das Kellergewölbe ist zwar sehr rau, aber richtig gute Hangplätze, von denen man nicht ausgehängt werden kann, sind dann doch nicht so leicht zu finden. Die Hufis müssen die ja ertasten. Zu sehen oder zu hören sind diese Stellen ja nicht.
Vielleicht war die rundendrehende Fledermaus gestern auch das Langohr. Und heute hab ich auch zwei Fledermäuse in der Erdhalle fliegen sehen.
Spannend und fesselnd - Fledermaus-TV im Keller: es passiert kaum was und doch komm ich nicht von weg. Sicher ein bisschen crazy, aber mir gehts gut damit…
Bleib dabei liebe @tabea . Ich durfte in den vergangenen Jahren auch viel vom Rudi lernen und Löcher in den Bauch fragen. Aber du stellst echt gute Fragen und lerne ich auch beim nachlesen und ohne cam gucken was dazu. Danke dir dafür
Und danke @Fledermaus-Rudi für deine Zeit, die du uns in beiden Fledermaus Forums schenkst. Ich drücke die Daumen für das banzerhaus. Was für eine Baustelle, was für eine Herausforderung.
Hallo Tabea, das ist interessant. Die Temperaturen gehen leicht noch oben und schon ist etwas Aktivität. Im Keller dürfte sich die Temperatur nicht geändert haben, aber die Hufis dürften es am Luftdruck gespürt haben. Wir können hoffen, dass der Winter nicht zu lange dauert. Die Hufis und auch die anderen Fledermausarten mussten das Anfressen des Winterspecks relativ früh beenden. Der Oktober war hinsichtlich der Witterung ziemlich normal. Der November wird anscheinend sogar etwas kälter als im langjährigen Mittel. Es wird mal wieder Zeit für ein richtig gutes Frühjahr. Das hatten wir schon länger nicht mehr. Servus derweil, Rudi
Hallo Rudi, ja, ich finde das auch sehr spannend. Jetzt haben sich alle ja wieder “beruhigt” und es sieht so aus, als sei nichts gewesen, aber es war ordentlich was los. Die kleinsten Veränderungen haben eine Auswirkung… Das ist wirklich beeindruckend!!!
Ein milder Winter und ein gutes Frühjahr wäre für die Fledermäuse wirklich ein Segen!!!
Auf Arte gibt es eine neue Doku über Fledermäuse. Für alle, die es interessiert: