Bei mir geht die Kamera 1. Sunny ist nicht da.
Nur die Außenkamera …
@Steffi Bei mir geht auch seit Stunden nur noch die Außenkamera. Hab eben geschaut, da saß ein Falke auf dem Balkon und ist genau in dem Moment reingerannt, lach. Konnte deshalb nicht mal erkennen, ob es ein Elternteil oder eins der Kinder war. ![]()
Dann wird das wohl Tom sein, richtig? ![]()
Bei Bild 1 weiß ich es nicht, auf Bild 2 ist wohl Wanda zu sehen, ebenso bei Bild 3.
Was Tom angeht… den Schnaps hab ich immer noch nicht getrunken, er hat mich quasi den ganzen Nachmittag auf Trab gehalten.
Eben ging ganz kurz eine Innenkamera. Falco ist im Kasten.
Der Regen sollte den Falken nichts ausmachen. Besser als dauernde Trockenheit. Das Gefieder wird morgen rasch wieder trocknen; die Jungen sind ja nicht mehr im Dunenkleid.
Und die Natur hat das Nass bitter nötig, gerade bei der Waldbrandgefahr, die wir hier hatten !!
@Matthias Hab ich auch gerade gesehen, dass eine Kamera kurz ging, aber bei mir blieb die ständig hängen. Das ist also Falco, der da gerade schön im Trockenen sitzt, und Futterreste waren ja auch noch da, sehr praktisch. ![]()
Fehlt eigentlich nur noch 'ne Couch und ein Fernseher !! Wobei, Fernsehen soll man ja nicht bei Gewitter (so war’s jedenfalls in meiner Kindheit, ist schon etwas her…).
Jetzt aber nen Schnaps. Wohlverdient! ![]()
@Matthias Hahaha, so ist es, und vielleicht auch noch eine Kuscheldecke.
Mit dem Fernseher aus bei Gewitter war es in meiner Kindheit auch so.
Weiß gar nicht, ob das immer noch gilt, ich schau jedenfalls inzwischen auch trotz Gewitter Fernsehen. ![]()
Auch ich lasse mittlerweile den Fernseher an ![]()
Heute also Tom…
Geplant war für den Nachmittag eigentlich ein längeres Lauftraining, nachdem ich unter der Woche nicht wirklich dazu gekommen war. Dann kam aber mittags die Info, dass seit gestern ein Wanderfalke an einem Dach im Steinweg sitzt; das konnte nur Tom sein. Kurz bevor ich mich auf den Weg dorthin machte, wurde mir von der netten Bewohnerin des Hauses telefonisch mitgeteilt, dass der Falke es nun doch bis auf den Dachfirst geschafft hatte und von dort abgeflogen ist, er sei nun aus der Ferne zu hören.
Nun, erstmal eine gute Nachricht - aber wo ist er jetzt, und wie geht es ihm ?? Ich postierte mich an der Oberen Anlage, von dort kann man zur Kirche, zur Ehrenburg und auf die umliegenden Dächer etwas besser sehen. Ich versuchte, den Blicken von Wanda und Falco zu folgen, die auf der Morizkirche saßen. Und nach einer Weile entdeckte ich Tom: er saß auf einem merkwürdigen Metall-Dinges auf dem Dach der Ehrenburg. Da muss man als eben ausgeflogener Jungfalke erstmal landen; leider kein guter Platz für die Revierfalken, um ihm dorthin Beute zu bringen, sie können Beute da nicht ablegen. Tom rief laut, aber Wanda und Falco blieben sitzen, wo sie waren.
Haaallo, hier bin ich - könnte vielleicht mal einer…??
Okeee, kommt keiner. Hm…
Tom begann irgendwann, heftig mit Kopf und Hals zu ruckeln. Das ist bei WF ein Anzeichen, dass sie sehr stark angespannt oder auf etwas konzentriert sind. Von der Ehrenburg bis zur Kirche sind es vielleicht 150 Meter - eine ordentliche Entfernung für einen Youngster, der bislang allenfalls eine kürzere Strecke geflogen ist.
Tom hob seine Flügel und drehte sich in den Wind. Aber noch immer zögerte er.
Dann nahm unser Jungfalke all seinen Mut zusammen und startete mit einem kräftigen Sprung Richtung Morizkirche.
„Flieg, Tom, flieg - Du schaffst es !!“, rief ich ihm zu und drückte beide Daumen fest. Atemlos konnte ich das Geschehen weitgehend mitverfolgen, unterbrochen nur durch ein paar Häuser und Bäume. Ich sah, wie Tom es nach einem geradlinigen Flug bis zur Morizkirche schaffte - juhu !! - ich hielt die Luft an, wo landet er ?? Er versuchte es auf Höhe der Kirchenglocken, aber dort ist es sehr schwer zu landen, und er fand keinen Halt. Ich sah noch, dass er nach unten flog, dann verdeckte ein Hausdach die weitere Sicht. Ich glaube, ich hab’ kurz aufgeschrien, als ich das sah; jedenfalls rannte ich von der Oberen Anlage sofort runter zum Kirchhof, um zu sehen, was los war…
Oh Mann - mir stockt der Atem, so spannend ist das! Der tapfere Tom …. Wie ging es weiter, Matthias!?
… immer diese Cliffhanger …![]()
Am Kirchplatz angekommen, war von Tom nichts zu sehen. Wanda und Falco saßen wie zuvor auf ihren Plätzen, als wäre nichts passiert. Oben saß Sunny und döste.
Also habe ich jeden Winkel abgesucht, zwischen und unter die geparkten Autos geschaut, in Höfe und sogar in einen Hausflur gelugt (die Tür war offen - man weiß ja nie…), bis runter zum Markt - keine Spur. Geschaut, gelauscht, gebangt, gehofft natürlich - Tom war wie vom Erdboden verschluckt. Er musste also durchgestartet sein und es auf eines der umliegenden Dächer geschafft haben.
Schreit da nicht einer ?? Tatsächlich, das kann nur ein WF sein !! Aber dann wieder Stille… Ich war ratlos. Und wie so oft, wenn man nicht weiter weiß, macht man irgendwas, wo man gar nicht weiß warum - ich schaute zum Glockenturm vom Casi. Und da saß Tom - was war ich froh !!
Er richtete sein Gefieder, döste ein wenig und machte einen ganz normalen Eindruck. Der Landeplatz war gut, hier konnten ihn Wanda und Falco gut anfliegen und Beute bringen.
Wanda und Falco waren inzwischen in der Luft und kreisten beide über der Coburger Altstadt.
Es war also Zeit, dass Tom und ich uns etwas näher kommen konnten.
Ah, Du bist also der langhaarige Typ mit der Kamera, von dem Wanda und Falco erzählt haben… Tom zwinkerte mir zu und war offensichtlich nicht vom großen Kameraobjektiv erschrocken.
Dann erschien Falco relativ niedrig über dem Kirchhof:
Wie gebannt folgte unser hungriger Tom den Flugbahnen Falcos.
Aber es gab weiterhin nichs zu futtern… Und so hob Tom jedesmal, wenn einer seiner Eltern in Sichtweite kam, zu einem lauten Gezeter an, auch wenn sie noch so weit über ihm kreisten, verbunden mit aufgeregtem Flügelschlagen.
Hey - hier unten bin ich - und ich hab fei echt ordentlich Kohldampf !!
(Unsere Wanderfalken sprechen natürlich Fränkisch, a wengla wenigstens…)
Aber es half nichts, Wanda und Falco kreisten weit oben, es war anscheinend grad keine günstige Situation zum Beutemachen.
Tom blieb zunächst nichts anderes übrig, als abzuwarten und mich neugierig in Augenschein zu nehmen. Ich hab ihm ein paarmal zugewunken.






















